Mein 3. Leben

Karate - "der weg der leeren hand"


Mit Leib und Seele dabei

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Karate ist neben meiner Familie und meinem Beruf als Arzt
„mein 3. Leben“. Im allgemein sehr vielseitigen Karate-Training
arbeitet man neben dem Kämpfen an Themen wie
Selbstverteidigung, Fallschule, Taktik, Strategie, Koordination,
Schnellkraft-Ausdauer, Gleichgewicht, Atmung und Meditation.

Ich habe im Alter von 15 Jahren nach mehreren Jahren
Judo-Training damit begonnen und sowohl Wettkämpfe,
Lehrerausbildung sowie zahlreiche Trainingsaufenthalte
in Japan sowie in verschiedensten Ländern absolviert.

Nach wie vor bin ich mit Leib und Seele dabei und
versuche auch meinen Kindern mein langjähriges
Wissen zu vermitteln.

Karate und Medizin

Im Karate und anderen japanischen Kampfkünsten, wie Judo oder Aikido, ist es üblich höhergraduierte in verschiedenen Techniken der ersten Hilfe zu unterweisen und zu trainieren. So lernt man Techniken zu den Themen Schmerzlinderung und Entspannung, Wiederherstellung der Atmung und schließlich Wiederherstellung der Herzaktion. Diese Techniken sind sehr altes, tradiertes japanisches medizinisches Wissen und werden unter dem Begriff Kappo 活法 (Technik des Lebens) unterrichtet. Außerdem lernt man eine ganze Reihe von Punkten, die auf verschiedenen Meridianen sitzen, die einzeln oder in Kombination manipuliert äußerst schmerzhafte, zum Teile auch lähmende oder bewusstseinsbeeinflussende Wirkung haben - Kyushu jutsu 急所術, Technik der Druckpunkte.
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Schließlich gibt es eine Trainingsform im Karate, die Kata genannt wird. Kata sind ebenfalls alte, teilweise über hunderte Jahre tradierte Technikfolgen, die einen Kampf beschreiben. Diese Technikfolgen werden alleine, also ohne Gegner, betrieben, der Gegner existiert nur in der Vorstellung des Ausübenden. Kata beinhalten einerseits Kampfstrategien und andererseits auch medizinisches Wissen. Hier besteht eine Analogie zu Taijiquan und Qigong, die öfter in medizinischem Kontext genannt werden. Während der Ausübung einer Kata - es gibt über die verschiedenen Karatestile weit mehr als hundert - werden auch verschiedene Meridiane stimuliert. Und so haben diese Kata neben ihrer Bedeutung als Kampf gegen einen äußeren Feind auch die Bedeutung des Kampfes gegen einen inneren Feind, nämlich Krankheiten. Leider ist sehr viel von diesem Wissen, das lange Zeit nur von Lehrer auf einzelne Schüler übertragen wurde, verloren gegangen.